GV 2012

Infos zur Generalversammlung werden allen Mitglidern per Post Ende März zugesendet.

Zeppelinmuseum FriedrichshafenUnsere GV  standen in den letzten Jahren immer im Kontext mit dem historischen Tourismus. Letztes Jahr durften wir im Waldhaus in Flims die traditionelle Hotelerie aus der Belle Epoque kennen lernen.

Dieses Jahr befinden wir uns auf der Spurensuche der "Fliegenden Luxushotels". Wer weiss noch, dass in den dreissiger Jahren Fliegen mehr war als nur Transport von A nach B wie heute. Dass man an Bord regelrecht verwöhnt wurde (wie heute leider teilweise nur noch in der Ersten Klasse) und dass eine Fahrt* mit Luftschiff von Deutschland nach New York auf dem Hinflug  65 Stunden und auf dem Heimweg 51 Stunden dauerte, nach Süd Amerika waren es 90, resp. 100 Stunden. Kein anderes Verkehrsmittel war zum damaligen Zeitpunkt in der Lage, diese Strecken in so kurzer Zeit bei gleichzeitig so hohem Komfort und ähnlich hohen Nutzlasten zurückzulegen.

Die Fahrgasträume in der 245m langen und 41.2m breiten "Hindenburg" erstreckten sich auf rund 400 Quadratmeter und über 2 Stockwerke. Aus Gründen der Gewichtsersparnis war bei der Innengestaltung auf alles Entbehrliche verzichtet worden. Auf diese Weise hatte die "Hindenburg" ein modernes Design im Bauhausstil erhalten. Auf dem oberen A-Deck lagen 25 Doppelkabinen (etwa in der Grösse der Schlafwagenkabinen des City Night Line) mit Lavabo und heissem/kalten Wasser, ein Gesellschaftsraum, ein Schreib- und Lesezimmer und ein Speisesaal. Im Restaurant assen alle 50 Passagiere gleichzeitig. Mehrere Köche und ein Konditor sorgten für das leibliche Wohl der Fahrgäste. Die "Hindenburg" war bekannt für ihre gute Küche.

In dem unteren B-Deck gab es eine Whiskybar und ein Rauchsalon, der  von den Zeppelingästen sehnsüchtig erwartet worden war und galt dabei als einer der beliebtesten Aufenthaltsräume an Bord. An den Promenadengängen beidseits des Luftschiffs ermöglichten grosse Fenster, die man öffnen konnte, herrliche Ausblicke auf die unten vorüberziehende Landschaften  und das Meer. Die Reisehöhe der Zeppeline war rund 500 Meter über Grund, sodass man jedes Detail erkennen konnte.

Die Pianofabrik Blüchner in Leipzig stellte als Sonderanfertigung einen Flügel aus Aluminium her, der nur 180 kg wog.

1928 wurde die LZ 127 "Graf Zeppelin" in Dienst gestellt, das erfolgreichste Luftschiff aller Zeiten. Sie umfuhr 1929 die Welt (Europa-Tokio-Südamerika-Nordamerika-Europa) und 1931 als Expeditionsluftschiff Leningrad-Spitzberger-Nordpol und zurück. Die Luftschiffe "Graf Zeppelin" und "Hindenburg" (Baujahr 1936) fuhren 1936 zusammen 20 Mal nach Rio, LZ 129 "Hindenburg" zusätzlich noch zehn Mal nach Nordamerika.

Am 7. Mai 1937 verbrannte die "Hindenburg" in Lakehurst USA. Bis dahin hatte die LZ 129 in 14 Monaten auf insgesamt 63 Fahrten rund 3'000 Passagiere transportiert. Dieser Unfall war leider zugleich auch das Ende Zeppelinluftfahrt in Deutschland.

Auf einer spannenden Führung in kleineren Gruppen wird uns die Geschichte der Luftschiffe anhand von Originaldokumenten und Rekonstruktionen nahe gebracht.

*) Die Luftschiffe oder "Zeppeline" fahren wie die Ballone und fliegen nicht.

A. Glatt