Frühlingsfahrt 2013

Kalendarisch sollte es eigentlich bald Sommer sein, aber es goss seit zwei Tagen ohne Unterbruch. Die zur „gemütlichen Frühlingsfahrt ins Appenzellerland“ angemeldeten 51 Personen liessen sich vom Wetter aber nicht sonderlich beeindrucken.

Dem historischen Gefährt mit der Bezeichnung BCFeh 4/4 und dem B2 119 im Schlepp waren seine Jahre zwar anzusehen. Immerhin leistete es von 1931 bis in die achziger Jahre treu seinen Dienst. Aber den Fahrgästen machte die vibrierende Fahrt auf den Holzbänken offensichtlich Spass. Sie führte von Gossau über Herisau, Urnäsch, Appenzell nach Wasserauen, wo der Verein Historische Appenzeller Bahnen AG2 die illustren Besucher aus Graubünden und vielen Orten des Unterlandes mit einem Apéro herzlich begrüsste. Im alten Bahndepot wurde gefachsimpelt und die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Kollegen, aber auch die fein gepflegten Oldtimer bestaunt.

Zwei Personenwagen der ehemaligen Säntisbahn, der CFeh3/3 „Altstätten-Gais“ und – besonders wertvoll – der dieselelektrische Motorwagen BCFm 2/4 56, Baujahr 1928, mit seinem imposanten Schiffsdiesel. Schon allein dieses Fahrzeug war eine Reise wert.

Das Mittagessen im Romantik-Hotel „Säntis“ in Appenzell, am Landsgemeinde Platz gelegen, war echt appenzellisch: Södworscht mit Hörnli. Als Beilage brachten drei Musiker der Kapelle „Edelstee“ Appenzeller Sonnenschein in die Stube. Die drei jungen Leute hatten mit ihrem eineinhalb stündigen Auftritt grossen Anteil an der guten Stimmung, die den Anlass begleitete.

Direktor Thomas Baumgartner, ehemals RhB-Direktionsmitglied, hatte den Ausflug den ganzen Tag begleitet und führte anstelle eines wegen Regen ausgefallenen Dorfrundganges mit einigen Bildern durch Vergangenheit und Zukunft seiner Appenzeller Bahnen. Dafür bedankte sich das Publikum mit herzlichem Applaus.

Die Heimfahrt führte über Gais, Teufen nach St.Gallen.

Den Besuchern hat sich mit der Rundreise im historischen Züglein eine bei Vielen noch unbekannte kleine Welt geöffnet, die man bei schönem Wetter gern noch einmal näher entdecken will.


Fotos: S. Heldstab