«Eisenbahn-Kreuzfahrt» vom Feinsten

Glacier Pullman Express

Mit der Restaurierung der vier Pullman-Wagen war schon immer die Vision verbunden, die schönen Fahrzeuge in einem luxuriösen Erlebniszug möglichst vielseitig touristisch zu nutzen. Dies gelang recht gut für Tagesfahrten, sei es in Graubünden oder auch ins Wallis.
Im Juni 2010 startete der «Glacier Pullman Express» erstmals zu einer zweitägigen Eisenbahn Kreuzfahrt. Mit ermutigendem Erfolg. Eine Weiterführung im kommenden Jahr gilt als sicher!
«Glacier Pullman Express nach Zermatt - einsteigen bitte!» Die Reise kann beginnen.
Zwei Pullman aus dem Jahr 1931, in der Mitte der RhB-Salonwagen 1161(1928), der bereits im ersten Glacier-Express vor 80 Jahren dabei war, der Gepäckwagen und an der Spitze das Rhätische Krokodil mit Geburtsjahr 1925 - ein Nostalgiepaket, an dem alle ihre Freude haben. Das ist nicht zu übersehen. Ueberall wird der Zug von aufmerksamen Papparazzi erwartet und begleitet. Drinnen nimmt man Erklärungen über Programm und zur Strecke zur Kenntnis, die der Reiseleiter den Gästen weitergibt, während der Zugchef auf die Sicherheits-Spielregeln im Zug aufmerksam macht.

Kulinarische, kulturelle, landschaftliche, eisenbahntechnische und historische Leckerbissen

Kaffee und Gipfeli wecken die Lebensgeister. Es wartet die Einzigartigkeit der Unesco-Strecke auf uns. Den Landwasser-Viadukt passiert der Zug im Schritttempo.
Thusis. Umsteigen auf das Postauto und durch die Viamala-Schlucht nach Zillis. Eine Tonbildschau erläutert Geografie und Geschichte des Tales am oberen Hinterrhein und bietet Vorschau auf die Deckenmalereien der aus dem 12. Jh stammenden Kirche, die in der Folge von einem Kunsthistoriker erklärt werden.
Zurück am Bahnhof Thusis erfreut die Crew von Rail-Gourmet Swiss Alps mit einem reichen Apéro. Der Zug ist mittlerweile durch zwei Speisewagen (Baujahr 1929) ergänzt worden, die nun zum feinem Mittagessen laden. Unterbrochen wird das Vergnügen durch einen Aufenthalt in der Rheinschlucht, der von einigen Passagieren zu einem kurzen Fussbad im jungen Rhein genutzt wird.
Disentis-Mustèr. Der romanische Zuname «Mustèr» bedeutet Monastero - Kloster. Pater Theo erklärt bei einem Rundgang durch die Klosterkirche die Geschichte dieser bedeutenden Benediktiner-Abtei.
Das Rhätische Krokodil bleibt in Disentis und die rote Zahnrad-Lok der Matterhorn-Gotthard- Bahn (erbaut 1941) empfängt uns und begleitet uns bis Zermatt. - Höchster Punkt des Tages ist mit 2033m der Oberalppass und der Eintritt in den Kanton Uri. Tagesziel ist Andermatt. Die einstige Garnisonstadt ist im Umbruch. Gleich am Bahnhof ist eine Grossbaustelle für das Resort des Aegyptischen Investors Sawiris unübersehbar - aber für unsere Budgets ist das geplante Nobelhotel wohl kaum je erschwinglich.

Tag 2. Dampfbahn Furka Bergstrecke und Eggishorn als Höhepunkte

DFB HG3-4 Nr.1 in Gletsch. Foto. G. Gisler Gäste und Crew haben sich erwartungsvoll wieder im Zug eingefunden. Die Fahrt in den Pullman-Wagen dauert vorerst nur eine Viertelstunde. Aussteigen.10-minütiger Spaziergang. Das Ziel kündigt sich schon von weitem an: Dampfbahn-Erlebnis Furka Bergstrecke! Es raucht und riecht und am Bahnhof der DFB erwartet uns eine hochmotivierte Mannschaft einer Unternehmung, die in Freiwilligen-Arbeit eine der attraktivsten Bahnstrecken betreibt: die ehemalige Bergstrecke des Glacier-Express Realp - Furka - Gletsch - Oberwald.
Die Passagiere geraten fast aus dem Häuschen, obwohl das Bahnerlebnis DFB im Programm angekündigt war. - Der Dampfzug ruckelt und zuckelt durch eine wildromantische Landschaft und man wähnt sich irgendwo in der südamerikanischen Pampa. Oben, auf 2160m, in der Station Furka, ist Rauchpause, Wasserlassen und Wasserfassen für die Passagiere. Im «Buffet» gibt's auch Bier und Bratwurst vom Grill - und Fotosujets en masse! Dann, nach Passieren des 1800m langen Scheiteltunnels Blick auf den leider nicht mehr sichtbaren Rhonegletscher. Die berühmte, einst bis nach Gletsch reichende Eiszunge ist der Klimaerwärmung zum Opfer gefallen.
Gletsch - einst Pferdewechselstation mit grosser Geschichte, wird seine Vergangenheithoffentlich nie vergessen. Das ehrwürdige Hotel «Glacier du Rhone» hätte es verdient.
Ab Oberwald Erholungsphase im Pullman-Zug. Es gibt viele Eindrücke zu verdauen. Im Haar und im Gesicht sind Russpartikel hängengeblieben und noch immer geniesst man den Geruch des Dampfzeitalters. Toll!
Fiesch - Talstation zum Eggishorn. Auf halber Höhe folgt auf der Fiescheralp zur Akklimatisierung erst das Mittagessen - mit Raclette oder Fondue - und dann der zweite Sprung auf die Bergstation auf 2900 m.

Eggishorn - Teil des Unesco-Welt-Naturerbes Jungfrau - Aletsch …

… mit überwältigem 360-Grad-Blick auf Bergriesen wie Aletschhorn, Jungfrau, Mönch und Eiger und den längsten Gletscher der Alpen. Der Grosse Aletschgletscher ist an seiner tiefsten Stelle noch 900 m dick. - Wenn man sich umdreht, erblickt man in der Ferne das Matterhorn und viele der Walliser Viertausender. - Ein wirklich lohnender Abstecher in diese imposante Bergwelt.
Die Weiterfahrt nach Zermatt gehört der Erholung - und man begiesst das Erlebte mit einem Glas Rotwein. Blicke aus dem Fenster lassen wieder wandern zu steilen Rebhängen, zu Dörfern links und rechts. Die bequemen Fauteuils in den Pullman-Wagen laden ein zum wohligen Ausruhen.
Glacier Pullman Express. Eine Eisenbahn-Kreuzfahrt in zwei Tagen, die es in sich hat.
Hoc

 

Der Glacier Pullman Express fährt wieder am ...

 
Buchungen sind beim Railservice der Rhätischen Bahn, Telefon +41 (0)81 288 65 65 möglich.
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